Leitprojekt Seltene Erden

Das Fraunhofer-Leitprojekt »Kritikalität Seltener Erden» stellt sich vor.

High-Tech-Metalle

Sie sind Schlüsselrohstoffe für die Technologien von morgen: Seltenerdmetalle stecken in modernen Elektromotoren, Windkraftgeneratoren, Smartphones und Energiesparlampen. Eine nachhaltige und vernetzte Zukunft scheint ohne sie nicht denkbar. Doch wie der Name schon andeutet, ist die Verfügbarkeit regional stark beschränkt und damit auch der Ausbau von Zukunftstechnologien.

Die Ziele des Leitprojekts Kritikalität Seltener Erden sind die Steigerung der Ressourceneffizienz, das Recycling und die Substitution der strategischen High-Tech-Metalle Neodym und Dysprosium, die aufgrund ihrer hervorragenden magnetischen Eigenschaften bislang unabdingbar sind für die Herstellung von Permanentmagneten.

Um den Bedarf an den beiden Seltenerdmetallen für die Produktion von Magneten bis 2017 zu halbieren und perspektivisch komplett zu substituieren, forschen Mitarbeiter aus sieben Fraunhofer-Instituten gemeinsam an neuen Ersatzmaterialien, effizienteren Produktionstechnologien sowie neuen Wiederverwendungs- und Weiterverwertungskonzepten.

Newsticker

1.6.2016

Projekt an der Saar-Uni: Weniger Seltene Erden in LED-Lampen

Das Licht aus Leuchtdioden (LEDs) ist in der Regel blau. Um Licht im gelb-roten Spektrum zu erzeugen, werden Konversionsfarbstoffe eingesetzt, in denen eine hohe Konzentration Seltener Erden zu finden ist. Wie man ihren Anteil reduzieren kann, untersucht Prof. Guido Kickelbick am Lehrstuhl für Anorganische Festkörperchemie der Universität des Saarlands nun in einem gemeinsamen Projekt mit den Industriepartnern OSRAM GmbH, OSRAM Opto Semiconductors GmbH und BASF SE.

30.5.2016

Interview

Wie betrachtet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Suche nach Ersatzmaterialien für Seltene Erden, effektiveren Herstellungsprozessen oder neuen Recycling-Lösungen? Welche Fördermaßnahmen laufen derzeit, wo sieht das Ministerium noch Verbesserungsbedarf? Liane Horst, Referatsleiterin »Neue Materialien und Werkstoffe; KIT; HZG« und
Dr. Ulrich Katenkamp, Referatsleiter »Ressourcen und Nachhaltigkeit«, geben dazu im Interview Auskunft.

23.3.2016

51 Milliarden Tonnen Rohstoffe im »anthropogenen Lager«

Per »Urban Mining« sollen Rohstoffe aus ausgedienten Häusern, Leitungen, Autos und Geräten gewonnen werden. Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) hat nun ermittelt, welche und was für Mengen potenzieller Sekundärrohstoffe in Deutschland bereitstehen. Der Gesamtbestand im so genannten
»anthropogenen Lager« der Bundesrepublik, darunter Gesteine, Metalle, Holz und Kunststoffe, lässt sich demnach auf 51,7 Milliarden Tonnen Material taxieren. Dies entspricht ungefähr der Summe aller im Jahr 2000 weltweit gewonnenen Rohstoffe.

14.3.2016

China führt Monitoring für Seltene Erden ein

Die chinesische Regierung forciert den Kampf gegen illegalen Abbau von Seltenen Erden. Bis Mitte des Jahres sollen alle legalen Produzenten in sechs großen Staatsunternehmen konsolidiert sein.Zudem wurde gerade ein neues Überwachungssystem eingeführt, um die Herkunft der zur Weiterverarbeitung
bereitgestellten Seltenen Erden nachweisen zu können. Für das Verfahren sei auch Kohle von geringer Qualität geeignet, die als Brennstoff nicht genutzt wird – oftmals enthielten solche Bereiche von Kohleflözen sogar die höchsten Anteile an Seltenen Erden. Zudem sei das Lösungsmittel vergleichsweise umweltfreundlich.